// sie lesen ...

Planen + Bauen + Sanieren

Mit der richtigen Fassadenmodernisierung deutlich sparen

fassadensanierungDeutschlands Gebäude müssen sparsamer werden. Diese Kernaussage im „Energiesparkompass 2009“ des Fachverbandes Wärmedämmverbund-Systeme (FV WDVS) ist eine entscheidende Herausforderung für Hausbesitzer und Vermieter in den nächsten Jahren. Die Studie zeigt, dass sich allein durch Energieeffizienzmaßnahmen im Gebäudebestand fünfmal so viel Energie einsparen lässt, wie alle deutschen Atomkraftwerke 2007 insgesamt ins Netz eingespeist haben. Höhere Energieeffizienz sowie die deutliche Senkung des CO2-Ausstoßes sind lohnende Investitionen und mit vertretbarem Aufwand erreichbar. Wärmedämmverbund-Systemen (WDV-Systemen) kommt dabei eine besondere Bedeutung zu.

Die Heizkostenbelastung der deutschen Haushalte hat sich in den letzten zehn Jahren fast verdoppelt. Vorsichtig geschätzt werden die Energiepreise jährlich im Durchschnitt um fünf Prozent steigen. Kurzzeitige Pausen wie in diesem Jahr ändern am langfristigen Trend nur wenig.

Bei einem Einfamilienhaus, das jährlich 3000 Liter Heizöl verbraucht, würden sich nach Berechnungen von Experten demnach die Kosten in den kommenden 20 Jahren auf knapp 80000 Euro belaufen. Da lohnt eine Modernisierung. Wer die Außenwände dämmt und die Heizanlage erneuert, spart mindestens rund 50 Prozent Energiekosten. Die Investition für diese Maßnahmen beläuft sich nach Berechnungen der Bausparkasse BHW auf etwa 24000 Euro, dafür reduzieren sich die Heizkosten in 20 Jahren um knapp 45000 Euro. Dabei gilt in jedem Fall: Zuerst die Fassadendämmung durchführen, dann kann die Leistung der neuen Heizungsanlage an die niedrigeren Verbrauchswerte angepasst und entsprechend kleiner dimensioniert werden. Energieeffizienzsteigerung heißt in diesem Zusammenhang das Stichwort.

Das gilt auch bei der Wahl der Energieart. Dass vor dem Einsatz erneuerbarer Energien unbedingt erst eine Steigerung der Energieeffizienz vorliegen muss, zeigte Prof. Dr.-Ing. Gerd Hauser von der Technischen Universität München bei einer Veranstaltung des FV WDVS sehr eindringlich: „Energieeffizienzsteigerung liegt in der Wirksamkeit um Faktor 10 über den erneuerbaren Energien“, so Hauser. Der Bauphysiker bemängelte, dass sich die Politik zu sehr auf erneuerbare Energien konzentriere, statt die Energieeffizienzsteigerung weiter zu forcieren. Das sei nicht nur eine Frage des Energieeinsparens: „Auch Behaglichkeit wird nicht durch Fotovoltaik erhöht, sondern durch eine Außenwanddämmung mit WDVS.“ Bei einer Putz- erneuerung muss die seit dem 1. Oktober 2009 geltende neue Energieeinsparverordnung (EnEV) beachtet werden: Wer als Eigentümer mehr als ein Zehntel der gesam-
ten Außenfassade seines Bestandsgebäudes im Sinne der EnEV 2009 saniert, muss die neuen Höchstwerte für den Wärmeschutz berücksichtigen, wenn die Baumaßnahme unter den Geltungsbereich der EnEV fällt.

Energieausweis ist Pflicht
Energetische Modernisierungsmaßnahmen amortisieren sich also in einem überschaubaren Zeitraum. Und wer seine Immobilie verkaufen will, kann durch die Investition mit einem höheren Verkaufserlös rechnen, wer vermietet, findet schneller einen neuen Mieter für eine Energiespar-Wohnung. Energetisch modernisierte Immobilien haben eine gegen null gehende Leerstandsrate. Bei unsanierten Wohnungen und Häusern beträgt diese bis zu 15 Prozent. Inzwischen können Wohnungssuchende von Vermietern und Verkäufern die Vorlage des Energieausweises fordern. Er liefert vor allem in der Version als Bedarfsausweis vergleichbare Daten zur Energieeffizienz eines Gebäudes. Damit können Wohnungssuchende die Energiekosten ihres zukünftigen Heims abschätzen und in die Entscheidung über Kauf oder Miete einfließen lassen. Der Energie-ausweis ist für Neubauten bereits seit 2002 Pflicht, für Altbauten seit diesem Jahr.

Klimaschutz mit Eigennutz
Ein Haus ohne Dämmung verbraucht durchschnittlich zwei Drittel mehr Heizöl, Gas oder Strom als ein Haus mit WDV-System. Dennoch wird bundesweit derzeit noch immer in acht von zehn Wohnungen zuviel Energie verheizt und so auch noch unnötig die Umwelt belastet. Viele machen sich über die Folgen keine Gedanken: Bei einem modernisierten und wärmegedämmten Haus wird nach 40 Jahren Nutzung soviel CO2 einge-spart, wie bei der 25-fachen Umrundung der Erde mit einem PKW entstehen würden. Mit einem WDV-System leisten Hausbesitzer einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz – da zudem der Heizenergiebedarf sinkt, profitiert auch der eigene Geldbeutel.

Denn die Energiepreise steigen fast täglich für jeden spürbar. Deshalb spielt für immer mehr Immobilienbesitzer die Einsparung von Primärenergie nicht nur bei Neubauten, sondern gerade auch bei der Sanierung von Altbauten eine wichtige Rolle. Die Kosten für eine energetische Modernisierung mit WDV-Systemen liegen je nach Ausführung zwischen 80 und 130 Euro je Quadratmeter. Damit ist diese umweltschonende Art der Modernisierung nur unwesentlich teurer als eine normale Sanierung. Werden dann noch die dauerhaften Einsparungen durch den deutlich gesunkenen Heizenergiebedarf eingerechnet, fällt die Investition für ein WDV-System noch weniger ins Gewicht.Bei der energetischen Fassadensanierung sollte nicht am falschen Ende gespart werden. Beauftragen Sie daher nur ein qualifiziertes Fachunternehmen mit der Ausführung. Achten Sie darauf, dass ein System verwendet wird, welches den Normenvorgaben entspricht und die Qualitätskrite-rien des Fachverbandes Wärmedämm-Verbundsysteme e.V. erfüllt.

Diskussion

Keine Kommentare zu “Mit der richtigen Fassadenmodernisierung deutlich sparen”

Hinterlassen Sie einen Kommentar