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Energie sparen

Hybrid-Technik senkt Ölbedarf

HybridBei keinem anderen Heizsystem wird so oft zusätzlich Sonnenenergie genutzt wie bei der Ölheizung. 60 Prozent aller neu installierten Öl-Brennwertgeräte wurden im vergangenen Jahr mit Anlagen zur Nutzung der Solarwärme kombiniert. Doch damit sind die Variationsmöglichkeiten von effizienter Öl-Brennwerttechnik und regenerativen Energieträgern noch nicht erschöpft: Immer öfter wird zusätzlich ein Holzkaminofen in das Heizsystem integriert. Mit einer solchen Hybrid-Heizung sowie einigen energetischen Optimierungen am Gebäude wurde der Heizölbedarf in einem Einfamilienhaus in der Bodensee-Gemeinde Tettnang um rund 70 Prozent gesenkt. Statt ehemals jährlich 3500 Liter werden für die Warmwasserversorgung und die Heizung nur noch 1000 Liter benötigt. Bei einer Wohnfläche von 170 Quadratmetern entspricht dies einem Jahresverbrauch von weniger als sechs Litern je Quadratmeter. Damit unterbietet das 1987 errichtete Haus sogar das Niveau eines vergleichbaren Neubaus nach der Energieeinsparverordnung (EnEV 2007).

Den Großteil der Energieeinsparung erwirtschaftet ein Öl-Brennwertgerät, das einen 22 Jahre alten Heizkessel ersetzt hat. Kombiniert wurde die sparsame Öl-Brennwertheizung mit einer 16 Quadratmeter großen Solarthermieanlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. Und nach der Installation eines Wärmetauschers konnte auch der vorhandene Holzkaminofen in das Heizsystem eingebunden werden. So gibt der Kaminofen nicht nur Strahlungswärme in den Wohnraum ab, sondern trägt auch zur Wärmeversorgung des gesamten Gebäudes bei.

Zentrale Elemente der neuen Heizungsanlage sind ein 1000 Liter fassender Pufferspeicher und ein zusätzlicher 300-Liter-Warmwasserspeicher, in denen die von der Sonne, vom Holzkaminofen und vom Brennwertgerät erzeugte Wärme bevorratet wird. Das Öl-Brennwertgerät schaltet sich nur hinzu, wenn der Kaminofen und die Sonne nicht genügend Wärme zur Verfügung stellen. Angeschlossen an diese Wärmezentrale sind auch die Geschirrspül- und die Waschmaschine. So wird das in den beiden Geräten benötigte Warmwasser wesentlich preisgünstiger erzeugt als bei einer Aufheizung mit Strom.

Insgesamt decken die beiden regenerativen Energieträger Sonne und Holz in dem Vier-Personen-Haushalt ungefähr 35 Prozent des jährlichen Wärmeenergiebedarfs. Neben der Heizungsmodernisierung wurden einige energetische Optimierungen am Gebäude durchgeführt. So wurden die Rollladenkästen zur Vermeidung von Kältebrücken nach außen verlegt, die Fenster erhielten eine Dreifach-Wärmeschutzverglasung und die Decke der unbeheizten Kellerräume wurde wärmeisoliert. Erneuert wurde auch die ehemals 4500 Liter fassende Tankanlage und aufgrund des deutlich geringeren Energiebedarfs verkleinert. Drei doppelwandige Kunststoffbehälter mit einem Volumen von insgesamt 3000 Litern ermöglichen als Langzeit-Energiespeicher nun eine Bevorratung für drei Jahre.

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