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Altersgerecht umbauen für barrierearmes Wohnen

Nicht nur jungen Eltern, auch älteren oder gehbehinderten Menschen machen Mehrfamilienhäuser ohne Aufzug zu schaffen. Und wer schleppt schon gerne eine Kiste mit Getränken in den zweiten oder dritten Stock? Und auch innerhalb von Wohnungen gibt es mehr Barrieren als man denkt: schmale Flure und Türöffnungen, schwergängige Fenster und Rollläden, kleine, enge Bäder. Selbst der Rand einer Duschtasse führt gerade bei älteren Menschen oft zu Stürzen und schweren Verletzungen. Viele Mietwohnungen, die in den fünfziger oder sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts gebaut wurden, auch viele Eigenheime aus den Siebzigern, genügen bei weitem nicht den heutigen Anforderungen an barrierearmes Wohnen. Nur ein Prozent der Wohnungen in Deutschland sind nach einer Studie des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) altersgerecht angepasst.

Barrierearmes Wohnen ist also keine Frage des Alters, sondern komfortabel für alle Altersgruppen: für Eltern mit Kinderwagen, für Leute mit schwerem Gepäck, für ältere Menschen, für körperlich Behinderte. Bis 2020 müssen nach BFW-Angaben 80.0000 Wohnungen in Deutschland altersgerecht umgebaut werden. Denn 86 Prozent der „jungen“ Alten – die heute 50- bis 65-Jährigen – wollen so lange wie möglich in der eigenen Wohnung leben. Dies bedeutet: Bestehende Wohn-barrieren müssen reduziert werden. Das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ unterstützt den Wunsch nach mehr Lebensqualität in den (eigenen) vier Wänden. Haus- und Wohnungseigentümer, die bauliche Hemmnisse an und in ihren Immobilien beseitigen wollen, können zwischen zwei Varianten des Programms wählen:

„Altersgerecht Umbauen – Kredit“
In dieser Programmvariante können je Wohneinheit bis zu 50.000 Euro bei einem jährlichen Effektivzinssatz ab 1,61 Prozent (Stand: September 2010) über eine Bank oder Sparkasse beantragt werden. Eine abgeschlossene Einliegerwohnung in einem Einfamilienhaus gilt als eigenständige Wohneinheit, d. h. der Eigentümer kann für beide Wohneinheiten insgesamt 100.000 Euro beantragen. Die Darlehenslaufzeit kann bis zu 30 Jahre bei maximal fünf tilgungsfreien Anlaufjahren betragen.

„Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss“
In dieser Programmvariante können private Immobilienbesitzer, die für den altersgerechten Umbau keinen Kredit in Anspruch nehmen wollen, ab einer Investitionssumme von 6000 Euro einen Zuschuss von fünf Prozent der förderfähigen Investitionskosten direkt bei der KfW beantragen. Der maximale Zuschuss je Wohneinheit beträgt 2500 Euro.

Wer kann Anträge stellen?
Antragsberechtigt für Förderkredite sind alle Träger von Investitionsmaßnahmen an selbst genutzten oder vermieteten Wohngebäuden sowie Erwerber von neu altersgerecht sanierten Wohngebäuden. Neben privaten Eigentümern von Ein- und Zweifamilienhäusern sowie von Eigentumswohnungen, Wohnungseigentümergemeinschaften sind auch Mieter (mit Zustimmung des Vermieters) antragsberechtigt. Darüber hinaus können die Kreditvariante auch Wohnungsunternehmen und -genossenschaften, Gemeinden, Kreise und Gemeindeverbände in Anspruch nehmen. Der Investitionszuschuss kann alternativ nur von Privatpersonen beantragt werden. Die Finanzierung von Eigenleistungen ist nicht möglich: Alle Umbaumaßnahmen müssen von Fachunternehmen durchgeführt werden; so profitieren auch regionale Handwerksbetriebe vom KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“.

Diskussion

Ein Kommentar zu “Altersgerecht umbauen für barrierearmes Wohnen”

  1. 21. Endlich mal einfach verständliche Erklärungen – Danke, das habe ich gebraucht!

    Geschrieben von Tomas Andersson | Oktober 16, 2010, 01:47

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