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Vom Schiffbau inspiriert

Das Elbufer in Magdeburg ist um einen Blickfang reicher: Mit der „Villa M” entstand ein Ausnahmeobjekt von beeindruckender Ausstrahlung. Leichtigkeit, schiffsartige Anmutung und High Tech-Charakter des Gebäudes sind auf ein ebenso individuelles wie durchgängiges Gestaltungskonzept zurückzuführen, das unter umfangreichem Einsatz der aktuellsten Fenster- und Fassaden-Systemtechnik von Schüco realisiert wurde. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, beim Betrachten der „Villa M” nahezu unmittelbar eine moderne Luxusyacht zu assoziieren. Und es sind in der Tat Anspielungen vorhanden, die weit über Ähnlichkeiten hinaus bis tief in Formgebung, Materialität sowie Anordnung der Funktionsbereiche hineinreichen. Die Sinnhaftigkeit, wie ein “Schiff an Land” gestaltet zu sein, erfährt das Objekt aus seiner unmittelbaren Lage am Elbufer sowie aus den nautischen Interessen seines Bauherren. Diese beiden Aspekte dienten dem Architekten Andreas Weinert als gestalterische Inspirationsquelle. Er dürfte unter den schwimmenden Vorbildern sicherlich die modernsten, in Design und Technik innovativsten Schiffe im Hinterkopf gehabt haben – Yachten wie etwa die von Philippe Stark entworfene „A” (2008) oder die von Starck mit und für Steve Jobs entworfene „Venus”, die posthum Ende 2012 ausgeliefert wurde.

Klare Formen in Aluminium und Glas
Die radikale Klarheit und Durchgängigkeit der Formensprache, der konsequente Einsatz von Aluminium und Glas sowie modernster Technik – das sind die verbindenden Elemente zwischen den beispielhaft genannten Megayachten und dieser Ausnahmevilla am Magdeburger Elbufer. Ihre offene Südseite erscheint wie der Bug, die Geschosse wirken wie Schiffsaufbauten, Terrassen wie von Relingen begrenzte Decks, und die geschlossene Nordseite mit der Tiefgarageneinfahrt könnte mit etwas Fantasie innerhalb dieses Vergleichsschemas auch gut als Heck einer Fähre durchgehen. Dennoch: die abstrakte Distanz zu einem Schiff bleibt stets gewahrt. Dort steht keine gestrandete Megayacht sondern ein Objekt, dessen Design in vollem Umfang den differenzierten funktionalen und energetischen Anforderungen eines zeitgemäßen Wohnhauses dienlich ist.

Kombination aus Wohn- und GeschäftshausDer Bauherr suchte nach einer harmonischen und praktischen Kombination aus einem Geschäfts- und einem Wohnbereich. Dabei sollten die Büroräume im ersten Stock den größten Teil einnehmen und repräsentativ wirken. Energieeffizienz und Nachhaltigkeit sollten die “technischen” Eigenschaften des Gebäudes bestimmen – Anforderungen, die der Architekt in Form eines Niedrigenergiehauses in diffusionsoffener Bauweise umsetzte. “Form follows function” – dieses Grundprinzip guter Gestaltung galt bereits für den Entwurfsprozess der Villa M. Die Gebäudehülle als „nach außen wirkende Formensprache” schuf Weinert erst, nachdem der Grundriss fertig war. Und auch Wahl, Lage und Anordnung der Terrassen sind nicht nur ästhetisch motiviert, sondern in erster Linie von der Ausrichtung des Gebäudes in seinem räumlichen Umfeld bestimmt. Wesentliches Ziel war es dabei, die Elbe in das Innere des Hauses zu bringen, ihre Ansichten vielerorts erlebbar zu machen. Daher gibt es gleich mehrere Terrassen: eine, die fast die gesamte Wohnetage umläuft, zwei weitere kleinere anschließend an die Büroräume im ersten Stock und die ausladende Dachterrasse, die auf der Gartenseite bis zur Begrenzung des überkragenden Vordachs reicht.

Größtmögliche Lichtöffnungen
Um die Öffnung des Baukörpers überall dort, wo sie sinnvoll und erwünscht ist, auf ein Maximum ausdehnen zu können, ruht das gesamte Gewicht des Stahl-Beton-Skeletts auf den Außenwänden und den drei Säulen auf der Gartenseite. Somit konnten vielerorts großflächige Verglasungen als nicht tragende Elemente in filigranen Rahmenkonstruktionen eingesetzt werden. Der hohe Glasanteil in der Fassade maximiert den natürlichen Lichteinfall und trägt damit unmittelbar zum reduzierten Einsatz von Kunstlicht bei.Sowohl das aus dem Systemprogramm von Schüco gewählte Fassadensystem FW 60+.HI als auch das Fenstersystem AWS 75.SI zeichnen sich durch exzellente Wärmedämmeigenschaften aus. Hohe statische Belastbarkeit, Langlebigkeit und Robustheit bei schmalen Ansichtsbreiten und niedrigen Bautiefen sprechen für den Profilwerkstoff Aluminium. Das Imagetransfer von Aluminium als Werkstoff für High Tech-Anwendungen in Luft- und Raumfahrt, Fahrzeug- und Schiffbau funktioniert hier mühelos auf den anspruchsvollen Objektbau. Am eindrucksvollsten sicherlich bei der großen, nur durch feinste Profillinien gegliederten Südfassade vor der Eingangshalle des Objektes.

Technisch und optisch abgestimmt mit den Fenster- und Fassadensystemen wurden andernorts im Objekt variable Öffnungen mit dem hoch wärmegedämmten Hebe-Schiebesystem Schüco ASS 70.HI geschaffen. Auch hier gelingt die Fusion von anspruchsvoller Funktionalität und dezent technischer Ästhetik – durch eine Kombination von größtmöglicher Transparenz mit geprüfter Schlagregendichtigkeit, optimiertem Schallschutz und einer Einbruchhemmung der Klasse RC2 nach DIN EN 1627. Die energiesparende, modular aufgebaute Profildämmung bietet dazu große Öffnungsweiten und bis zu dreispurige Blendrahmen mit hohem Bedienkomfort. Durch versenkte Bodenführungen wird das Hebe-Schiebesystem zudem der innen wie außen durchgängig umgesetzten Barrierefreiheit des Objektes gerecht.

Brandschutz, Sicherheit und Automation
Unsichtbar integrierte Zusatzfunktionen zeichnen einige verglaste Systemkonstruktionen im Gebäude aus, bei denen die Einbausituationen besondere Anforderungen an den Brand- und Rauchschutz erforderlich machten. Mit den gläsernen Rauchschutz-Türelementen Schüco ADS 65.NI SP und den transparenten Feuerschutzabschlüssen ADS 80 FR 30 wurden zur Sicherheit der Bewohner und der Mitarbeiter wirksame Brandabschnitte zwischen den einzelnen Nutzungszonen gebildet. Das neue, ungedämmte Rauchschutzsystem ADS 65.NI SP ist für ein- und zweiflüglige Türen verwendbar und nach der DIN 18095 und der EN 1634-3 geprüft. Stabile Hohlkammerprofile mit einer Bautiefe von 65 mm zeichnen diese Rauchschutzkonstruktion aus. Die Kombinierbarkeit mit zusätzlichen Ausstattungskomponenten aus den Bereichen der Fluchttürsicherung und der Gebäudeautomation, zum Beispiel einer elektronischen/biometrischen Zutrittskontrolle, ist hier ebenfalls innerhalb des Schüco Systemangebotes gewährleistet.

Die gläsernen Brandschutztüren erfüllen noch höhere Anforderungen. Sie leisten mindestens 30 Minuten lang Schutz vor Feuer, Rauch und Hitzestrahlung gemäß der Widerstandsklasse F30/EI30. Bei einer Bautiefe von nur 80 mm lassen sich mit diesem geprüften und bauaufsichtlich zugelassenen Brandschutzsystem problemlos lichte Durchgangsmaße bis 1400 mm x 2988 mm realisieren. Bei erhöhten Sicherheitsansprüchen können Einbruchhemmung bis RC3 und Schallschutz bis zu 42 dB als Zusatzanforderungen integriert werden. Ein Sicherheitsthema im erweiterten und lagespezifischen Sinne ist der Hochwasserschutz – nicht erst seit dem Rekordhochwasser der Elbe im Jahre 2002 ein unbedingt zu berücksichtigender Aspekt. Bei der Villa M nahm man planerisch den Erfahrungswert als Benchmark und positionierte das Erdgeschoss generell 1,5 m oberhalb dieses Rekordpegelstandes. Kellergeschoss und Tiefgarage sind – wen wundert es angesichts der Vorbilder – mit U-Boot-Schotttüren zur Hochwassersicherheit ausgestattet.

Weiße Aluminiumhülle schafft Kontraste
Neben der Baukörperform, der Materialwahl und dem Arrangement der Nutzungsbereiche ist besonders der Kontrast zwischen transparenten und geschlossenen Fassadenflächen für das ästhetische Erscheinungsbild des Objektes verantwortlich. Denn erst das spannungsreiche Zusammenspiel des mit Alu-Deckschalen in Graualuminium (RAL 9007) verkleideten Pfosten-Riegel-Fassadensystems Schüco FW 60+.HI mit den Verglasungen sowie den sandsteinfarbenen Fassadenplatten der Vorhangfassade erzeugt im Betrachter die Assoziation an Formgebung und Stilelemente moderner Yachten und Kreuzfahrtschiffe. Trotz der durchaus imposanten Größe des Objektes bleibt durch Arrangement und Dialog der Baustoffe eine optische Leichtigkeit erhalten, durch die sich die Villa M in ihr von alten Villen geprägtes Umfeld harmonisch einfügt. Diese Eindrücke müssen wohl auch die Jury des AIV-Magdeburg dazu bewogen haben, das Gebäude bereits kurz nach seiner Vollendung mit dem Magdeburger Architektur- und Ingenieurpreises als “Bauwerk des Jahres 2010″ auszuzeichnen. Zweifellos ein individuelles Ausnahmeobjekt – Büro und Wohnung in einem, mit spektakulären An- und Aussichten an der Schnittstelle zwischen Land und Wasser.

Schüco – Systemlösungen für Fenster, Türen, Fassaden und Solar.

Mit seinem weltweiten Netzwerk aus Partnern, Architekten, Planern und Investoren realisiert Schüco nachhaltige Gebäudehüllen, die im Einklang mit Natur und Technik den Menschen mit seinen Bedürfnissen in den Vordergrund stellen. Dabei werden höchste Ansprüche an Design, Komfort und Sicherheit erfüllt, gleichzeitig durch Energieeffizienz CO2-Emissionen reduziert und so die natürlichen Ressourcen geschont. Das Unternehmen mit seinen Sparten Metallbau, Kunststoff und Neue Energien liefert zielgruppengerechte Produkte für Neubau und Modernisierung, die den individuellen Anforderungen der Nutzer in allen Klimazonen gerecht werden. Schüco ist mit 5.000 Mitarbeitern und 12.000 Partnerunternehmen in 78 Ländern aktiv und hat in 2012 einen Jahresumsatz von 1,8 Milliarden Euro erwirtschaftet. Weitere Informationen unter www.schueco.de

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