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Altes Haus wird sparsam und modern

Ein Haus in Hanglage mit freiem Blick auf die Landschaft ist für viele ein Traum. Für Anke Scherne wurde er wahr, als sie das Haus ihrer Großeltern im rheinland-pfälzischen Baumholder erbte. Aufgrund der familiären Verbundenheit wollte sie die Immobilie nicht verkaufen, sondern selbst einziehen. Aufgrund des hohen Energieverbrauchs entschloss sich Anke Scherne jedoch zunächst eine umfassende Sanierung durchzuführen. Fachkundige Unterstützung bei der Erarbeitung eines Konzepts erhielt sie von ihrem Bruder, der als Schornsteinfeger und Energieberater tätig ist. Das Ergebnis: Mit einer einmaligen Investition von rund 98.000 Euro wurden
81 Prozent Energie eingespart.

Oberste Priorität hatte die Erneuerung der Heizungsanlage. Der Öl-Niedertemperaturkessel, der die rund 160 Quadratmeter Wohnfläche bisher mit Wärme und Warmwasser versorgte, war bereits 21 Jahre alt und entsprach nicht mehr dem Stand der Technik. Er wurde gegen ein effizientes Öl-Brennwertgerät ausgetauscht. Im Zuge der energetischen Sanierung wurden auch alle Heizkörper erneuert. Die Warmwasserbereitung übernimmt nun eine Solarthermieanlage auf dem Dach. Die Kollektorfläche von gerade einmal fünf Quadratmetern genügt, um den Haushalt mit ausreichend Warmwasser zu versorgen. Gesammelt wird die Energie aus Ölheizung und Solaranlage in einem 300 Liter fassenden Wärmespeicher mit zwei Wärmetauschern. Drei neue Kunststoff-Batterietanks mit jeweils 1.000 Litern Fassungsvermögen bevorraten den Heizölbedarf für mehr als zwei Jahre. Sie wurden direkt im Heizungskeller installiert.

Neben der Heizungsanlage wurde auch die Dämmung des Hauses einer Generalüberholung unterzogen. Das Dach erhielt eine 16 cm dicke Aufsparrendämmung aus Hartschaumplatten und die über 50 Jahre alte Dachdeckung wurde erneuert. Ein ebenfalls 16 cm dickes Wärmedämmverbundsystem sorgt an den Außenwänden für geringere Wärmeverluste. Zudem wurden die Kellerdecken gedämmt. Modernisierungsbedarf bestand auch bei den teilweise undichten und schlecht dämmenden Fenstern und Türen. Sie wurden gegen Kunststoffelemente mit Drei-Scheiben-Wärmeschutzverglasung ausgetauscht.

„Den Wunsch, langfristig Energie zu sparen, haben wir uns durch die umfassende Sanierung erfüllen können“, erklärt die Hausbesitzerin. „Gleichzeitig sind natürlich der Wohnkomfort und der Wert der Immobilie gestiegen.“ Einen Teil der Investitionssumme erhielt Anke Scherne vom Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO) aus der „Aktion Energie-Gewinner“. Der Modernisierungswettbewerb, bei dem eine Fachjury vorbildliche Sanierungsprojekte auswählt, läuft noch bis Ende 2014. Details gibt es im Internet unter www.oelheizung.info/energiegewinner.

Diskussion

2 Kommentare zu “Altes Haus wird sparsam und modern”

  1. Ein sehr schöner Bericht, der zeigt, dass sich auch eine etwas größere Investition lohnen kann. Natürlich dauert es eine Zeit, bis die Kosten wieder hereingeholt sind, aber die Hausbesitzer haben ja nicht vor, sofort wieder auszuziehen, noch dazu, dass es das Haus von den Großeltern ist.

    Geschrieben von Markus Kohler | August 1, 2013, 14:53
  2. Sehr enttäuschend, wenn man heutzutage die Modernisierung der Ölheizung als zukunftsträchtig bezeichnet. In meinen Augen sind Projekte zukunftsträchtig, in denen es um KWK-Anlagen mit Stirling-Motor oder Brennstoffzelle mindestens auf Gas-Basis geht. Dazu Photovoltaik und ein Stromspeicher und die Sache sieht schon viel, viel besser aus.

    Geschrieben von Martin Jendrischik | März 3, 2015, 12:05

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