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Mit kleinen Erneuerungen zur effektiven Kaminanlage

Nachher: Optimaler Übergang von Kachelverkleidung zur Heizkassette. Foto: Thermonett

Wo wohnliche Atmosphäre und technisches Know-how in den eigenen vier Wänden aufeinandertreffen, werden aus offenen Feuerstellen geschlossene Kaminanlagen – Lagerfeuerfeeling inklusive. Wie das funktioniert, erklärt die Expertin.

Größere Umbauten hier, kleinere Neuerungen da – wer im Eigenheim lebt, bewegt sich im Kreislauf der Renovierungsideen: eine moderne Spüle für die Küche, im Flur eine hellere Tapete und neue Fliesen für das Bad. Nur, was passiert mit der offenen Kaminanlage im Wohnzimmer? Diese Frage müssen sich Kaminbesitzer gerade in letzter Zeit häufig stellen, da die Bundesimmissionsschutzverordnung die herkömmliche Nutzung ab 2014 deutlich erschwert: Beim Betrieb offener Kamine wird eine große Menge an gesundheitsgefährdendem Feinstaub ausgestoßen. Dieser Schadstoff darf aber schon bald einen bestimmten Grenzwert nicht überschreiten. Die Folge: Offene Kamine bleiben kalt und avancieren zum Wohnaccessoire ohne Nutzen oder müssen aufwendig abgerissen werden.

So weit muss es aber nicht kommen! Denn auch mit überschaubaren Maßnahmen sind große Veränderungen möglich, wie Ute Fochler-Schilke, Geschäftsführerin des Kaminkassettenspezialisten Thermonett, erklärt: „Jeder offene Kamin kann durch den Einbau einer passgenauen Kaminkassette weiterhin aktiv genutzt werden. Diese verringert den Feinstaubausstoß und wärmt den Wohnraum auch noch wesentlich effizienter.“ Denn die Wärme bleibt, anders als bei offenen Kaminen, im Raum. Raumluft wird durch thermische Effekte angesaugt, durch spezielle Kammern im Innern geführt und dabei erwärmt. Die erwärmte Luft strömt dann zurück in den Raum.

Ein weiterer Vorteil: Es sind keine aufwendigen Umbauarbeiten der Kaminanlage oder des Wohnraums nötig. Stattdessen übernehmen die Techniker von Thermonett binnen weniger Stunden den professionellen Einbau der individuell gefertigten Kaminkassette – und individuell muss jede sein. Nur dank exakter Maße und Form passt die Heizkassette ideal in den Innenraum des Kamins und mit der entsprechende Lackierung und Verzierung in das gesamte Wohnbild.

Kundenwünsche und technische Möglichkeiten
Häufig sind Kamine nach vorne geöffnet mit einem rechteckigen Innenraum, wie bei einem Thermonett-Kunden in Neustadt bei Dresden. Dieser wünschte sich für seinen imposanten Marmorkamin eine Kaminkassette mit einer Einflügeltür. „Die Marmorverkleidung um den Feuerraum war besonders schön und glatt gearbeitet“, so Fochler-Schilke, „daher haben wir die Kaminkassette etwa vier Zentimeter nach hinten in den Innenraum des Kamins versetzt, um auf eine zusätzliche Verblendung zu verzichten.“

In anderen Fällen werden bei Kachelöfen wiederum gerade diese Verblendungen genutzt, um z. B. unsauber gearbeitete Ränder der Kacheln zu verbergen. „Einer Kundin war es wichtig, dass die kleine Fläche vor dem eigentlichen Feuerraum nicht mehr zu sehen war. So haben wir beim Ausmessen darauf geachtet, dass dieser Bereich später von der Kaminkassette überdeckt wird.“ Das exakte Ausmessen der Kaminöffnung ist entscheidend für die Passform – vor allem wenn, wie hier, der Innenraum nach hinten eng zusammenläuft. Solche Besonderheiten machen den Besuch der Profis vor dem heimischen Kamin so wichtig. Nur vor Ort kann eine ausführliche Beratung stattfinden, die Kundenwünsche rund um Form und Ausführung des neuen Heizelements mit den technischen Möglichkeiten in Deckung bringt.

Kaminbesitzer sollten ihr Heizverhalten ändern
Ist die Feuerstelle der Kaminanlage nach dem professionellen Einbau der Kassette wieder betriebsfähig, hört die Beratung keineswegs auf: „Viele unserer Kunden sind sehr offen für Informationen, wie man von angepasstem Heizverhalten profitieren kann“, erklärt Fochler-Schilke. Für die Wärmegewinnung wird deutlich weniger Holz benötigt, denn Luftzufuhr und Abbrand sind ganz einfach regulierbar und Holz als wertvoller Rohstoff kann besser genutzt werden. Der Tipp der Expertin: „Stündlich zwei Kilo Holz nachlegen. Das ist vollkommen ausreichend, um eine wohlige Wärme zu erzeugen.“

Lagerfeuerfeeling inklusive
Für dieses gemütliche Ambiente sorgt das Team von Thermonett bei seinen zahlreichen Kundenterminen in ganz Deutschland Tag für Tag. Rechteckiger oder runder Innenraum, ein- oder zweiseitig offen – die Profis stellen sich jeder Herausforderung. Zu einer der spezielleren Anlagen zählt mit Sicherheit der tunnelartige Kamin einer Familie aus Neuss. In deren Wohnzimmer eines alten Bauernhauses war der alte Backsteinkamin der atmosphärische Mittelpunkt. Gerade bei den Kindern entstand an der offenen Feuerstelle ein gewisses Lagerfeuerfeeling – allerdings mit Sicherheitsabstand. Denn kam ein Luftzug durch die offene Wohnzimmertür, wehten schnell Staub und Funken umher.

Damit machte der Einbau einer Kaminkassette endlich Schluss. Staubbelastung und vor allem die Brandgefahr sind jetzt stark gemindert. Die besondere „Tunneloptik“ blieb jedoch erhalten. Bei der eingebauten Heizkassette wurden auf allen vier Seiten hochhitzebeständige Glaskeramikscheiben eingesetzt. Durch die Lamellen über den drei Fenstern und der Feuerraumtür strömt die warme Luft in den Raum. Anders als bei Kaminen, die nur zu einer Seite hin offen sind, kann der Raum mit so einem, „Durchblicker“ über vier Seiten der gleichen Heizquelle erwärmt werden. Und kein Familienmitglied versperrt einem anderen die Sicht auf die lodernden Flammen aus unmittelbarer Nähe.

Die Gestaltungsmöglichkeiten sind wie bei den übrigen Renovierungsarbeiten im Haus also auch bei der Kaminanlage sehr vielseitig. Kaminbesitzer sollten jetzt nachrüsten. Denn in einem stimmen alle DINplus-zertifizierten Kaminkassetten überein: Sie sind eine gesundheits- und unweltfreundliche Alternative zum offenen Feuer.

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